Mastering Tutorial

Lautheitsmessung

Der Versuch, die Lautheit eines Signals auf konventionellen DAWs oder Mischpulten in Echtzeit zu erfassen, scheitert in der Regel am fehlendem Messgerät. Weder die integrierten Peak-Meter noch die VU-Anzeigen sind dazu in der Lage. Letzter ähneln mit der langen Integrationszeit zwar unserem Hörempfinden, lassen jedoch dank linearer Messmethoden jede psychoakustische Frequenzbewertung außen vor. Basslastige Lieder erscheinen so deutlich lauter als sie eigentlich sind.

Vu Meter Mit Bewertung Mastering
Beide Meter zeigen den selben Sinuston an

Genaue Messungen ergeben sich erst mit spezieller Soft- und Hardware, deren Algorithmen auf empirischen Erkenntnissen und spezielle Berechnungen beruhen und so dem menschlichen Lautstärkeempfinden nahe kommt. Allerdings kocht hier jeder Hersteller sein eigenes Süppchen mit unterschiedlichen Modellen (Filterkurven). So gibt es:

  • VU-Meter mit A,B,C Bewertungskurven (siehe oberer Screenshot)
  • CBS Loudness der kanadischen CBS Labs die fast ausschließlich in Orban Soundprozessoren verbaut wird
  • Der Meterspezialist RTW benutzt eine Abwandlung der ISO R26 Bewertungskurve in seinen Sichtgeräte
  • Deutsche TV- und Radiosender greifen gerne auf den IRT-Algorithmus der Pinguin Metern zurück
  • Andere nutzen die nach DIN 45631 geltende Zwicker-Methode
  • Oder man ermittelt die Lautheit über länger Zeit nach Leq
Orban Loudness Meter
Diese Tool von Orban stellt mehrere gebräuchliche Loudness-Meter gleichzeitig dar.

Zukunft

Obwohl all diese Methoden tauglich sind, vereint sie ein Problem: keine konnte sich zum internationalen Standard durchsetzen und je nach Anwendungszweck müssen wir ein anderes Messinstrument bemühen.

Mit etwas Glück ist dieses Chaos bald Geschichte. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat mit der R 128 unlängst eine Empfehlung zur Lautheits- und Pegelmessung herausgebracht, die zwar nicht explizit für Musikproduktion gilt, durch ihre Verbreitung in der Fernsehlandschaft jedoch Wegweisend ist.