Mastering Tutorial

Der Glasmaster

Der Weg zu den spiegelnden Plastikscheiben beginnt im Presswerk, genauer gesagt in einem Reinraum der Stufe 100. In diesem herrschen neben konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit besondere hygienische Bedingungen, so dass weder Schmutz noch andere Fremdkörper den Produktionsvorgang gefährden. Bei Spurabständen von 1.6 µm und Datenstrukturen im 0.1 Mikrometerbereich genügt ansonsten ein Haar oder Staubkorn um 10.000 unbrauchbare CDs zu erzeugen.

1. Der Glasmaster

Das Ausgangsmaterial für den Master bildet eine runde Glasscheibe mit einem Durchmesser von 24 cm bei 6 mm Höhe, die damit etwa die doppelte Größe einer CD besitzt. (Bild, Bild).

Nach einer aufwändigen Reinigung und Politur erhält der Glasmaster in einem Spin Coater eine etwa 150 µm hohen fotosensitive Schicht, in die der eigentliche Schreibvorgang erfolgt und so die Glasscheibe mehrfach verwendbar macht.

Daten und Maße eines Glasmasters
Daten und Maße eines Glasmasters

2. Belichten

Für den Schreibvorgang, oder besser gesagt die Belichtung, landet der beschichtete Glasmaster in einem etwa 400.000 Dollar teurem „CD-Brenner“ namens Laser Beam Recorder. Mit den Daten aus dem PreMaster gefüttert, schreibt ein blauer bis ultravioletter Laser die binären Informationen auf die Oberfläche. Für eine Null bleibt der Laser aus, bei einer Eins wird der Bereich belichtet und ausgehärtet.

Schritt 2 - Ein Laser belichtet die fotosensitve Schicht
Schritt 2 – Ein Laser belichtet die fotosensitve Schicht

3. Entwickeln

Die eigentliche Berg- und Tallandschaft und damit eine sichtbare Struktur entsteht im nächsten Schritt bei der Entwicklung. Nach Zugabe einer speziellen Lösung, werden die vom Laser verschonten Bereiche (Pits) ausgewaschen, so dass nur die belichteten Lands übrig bleiben. Eine Bestrahlung mit UV Licht verfestigt das Ergebnis.

Schritt 3 - Glasmaster mit ausgewaschenen Lands unter UV-Licht
Schritt 3 – Glasmaster mit ausgewaschenen Lands unter UV-Licht

4. Metallizing

Nun ist der Glasmaster nahezu komplett, jedoch weiterhin zu sensibel um direkt als Pressvorlage zu dienen. Nach etwa 30 Minuten bei 80° im Backofen, erhält er im Vakuum eine aufgedampfte Nickelschicht von etwa 400 nm. Diese verleiht ihm verbesserte Stabilität und macht die Oberfläche für das nachfolgende Elektroforming leitfähig.

Schritt 4 - Glasmaster mit Nickelschicht
Schritt 4 – Glasmaster mit Nickelschicht