Das 10 Minuten Master – 13db Audio Knowledge
Das 10 Minuten Master

Einen Song in 10 Minuten mastern? Durchaus möglich, wobei wir uns in der Praxis natürlich etwas mehr Zeit nehmen sollten. Wenigen Minuten reichen jedoch aus, um eine Idee vom endgültigen Sound zu bekommen.

1. Software

Für unser Vorhaben ist spezielle Mastering-Software wie Steinbergs Wavelab, Adobe Audition oder Logic’s Waveburner völlig unnötig. Jeder moderne Sequenzer der Plugins in den Spuren und Summe erlaubt reicht für unsere Zwecke.

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2. EQ

Zu allererst schnappen wir uns einen EQ mit möglichst vielen Bändern, denn es gibt bestimmt so einiges zu verbiegen. Obenrum ein wenig Feenstaub, etwas Gemumpfe unten raus und die Mitten können auch noch eine kleine Korrektur vertragen. Wenn das Tool noch eine eingebaute M/S Matrix besitzt, um so besser.

Das genaue was und wie geben der jeweilige Song, deine Ohren und Klangvorstellungen individuell vor. Es helfen weder Presets noch gibt es besondere Frequenzen die “immer” funktionieren.

Welche Frequenz rein und raus gedreht wird, ist bei jedem Song komplett unterschiedlich. Hier hilft kein Preset, sondern nur ein geschultes Gehör.
Welche Frequenz rein und raus gedreht wird, ist bei jedem Song komplett unterschiedlich. Hier hilft kein Preset, sondern nur ein geschultes Gehör.

3. Kompressor

Nach der Wellnesskur für Frequenzen schaffen wir eine homogene Lautstärke. Die Wahl deiner Werkzeuge ist dabei grenzenlos: einfacher Kompressor, Multiband, Sidechaining, Parallel Kompression, oder alles gleichzeitig. Wie beim Mastering üblich, sind wir dabei sehr sanft und bereits wenige dB Gainreduktion reichen aus.

 Ratio 1.5.:1 und wenige dB Gainreduction können Wunder bewirken
Ratio 1.5.:1 und wenige dB Gainreduction können Wunder bewirken

4. Spezialtools

Nun rücken wir der Summe mit Spezialtools an den Leib. Vielleicht profitiert der Song von einer leichten Stereoverbreitung oder Sättigung in den Höhen? Wenn ja, dann tu es.
Darf's ein bisschen breiter sein?
Darf’s ein bisschen breiter sein?

5. Limiter und Maximizer

Ohne “Lümmeltüte” sollten wir niemals das Mastering beenden. Der Limiter oder Maximizer dient uns gleich in zweierlei Hinsicht: zum einen lässt sich damit noch einiges an Lautheit herauskitzeln, zum anderen lässt er kein Signal über 0 dB und vermeidet so gefährliches Clipping.

 Laut ja, aber bitte nichts ins Clipping
Laut ja, aber bitte nichts ins Clipping

6. Dither

Dither ist als letzter Schritt vor dem Export nicht nur zwingend notwendig, sondern kann sich ebenfalls klanggestaltend auswirken. Je nach spektraler Verteilung des Rauschens klingt das Ergebnis unterschiedlich, ein Vergleich zwischen den Algorithmen lohnt sich.

 Der gute alte "Dieter
Der gute alte “Dieter

7. Fertig

Mit guten Ohren und Erfahrung ist es tatsächlich möglich den Klang in wenigen Minuten deutlich aufzuhübschen. Richtiges Mastering nimmt sich natürlich mehr Zeit und bearbeitet noch viele weitere Dinge. Was genau, zeigen wir dir Schritt für Schritt im Mastering Tutorial.

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