Bereit für das Tonstudio?

Nach den ersten erfolgreichen Konzerten ist klar, bald wird es Zeit fürs Tonstudio um das erste Album aufzunehmen und endlich tolle Tracks auf die Webseite und in die Social Media Kanäle zu stellen. Da ein Tag beim professionellen Dienstleister mittlerweile mehr als erschwinglich ist, wird dann mal eben einen Termin gebucht und eher man sich versieht steht, steht man planlos und verstritten im Aufnahmeraum weil alles irgendwie nicht ganz so reibungslos verläuft …

Üben üben üben

Wie sagte schon meine Klavierlehrerin: „Sebastian, Unterricht ist nicht zum Üben da!“. Recht hatte sie und die gleiche Regel gilt ebenfalls im Tonstudio. Erst wenn alle Beteiligten die Songs sicher beherrschen, ist es an der Zeit den nächsten Schritt zu gehen. Natürlich dürfen im „Stress“ und der ungewohnten Situation der Studioumgebung auch Fehler passieren – Overdub und Multi Track sein dank – aber jeder zusätzliche Take zieht den Tag unnötig in die Länge und zehrt an den Nerven.

Einmal den Flow bitte

Ein Song – unendlich viele Interpretation. Eine gute Aufnahme zeichnet sich neben der reinen technischen Beherrschung und korrekten Wiedergabe der Noten auch durch ein eigenes Leben, tollen Groove und Flow aus. Anders gesagt:

  1. Jeder einzelne Musiker beherrscht seinen Part
  2. Das Zusammenspiel als Band im Ganzen funktioniert reibungslos
  3. Die Songs wirken so routiniert, als ob sie schon 20 Jahre im Programm sind
  4. Die Musik trägt Emotionen und eine eigene Handschrift

No click no record

Ein Klick im Ohr ist zwar nicht zwingend, aber durchaus für kommende Bearbeitung und somit für das Endergebnis vorteilhaft. Wer

Damit die Aufnahme nicht von wilden Temposchwankungen durchzogen ist, wird euch der Recording Engineer bitten auf Klick einzuspielen. Dies hilft nicht nur euch und eurem Produkt, sondern erleichtert auch ihm in der Postproduktion Fehler zu verbessern.

Allerdings ist der Klick im Ohr eine anfangs ungewohntes und störendes Element und wer damit im Studio zum ersten mal konfrontiert wird, liefert selten eine gute Performance ab. Übt daher regelmäßig zu Hause und bei den Proben mit Klick, als netter Nebeneffekt werden auch eure Liveauftritte davon profitieren.

Erst wenn die Songs fertig sind

Nicht selten wird Studiozeit mit unnötigen Experimenten verschwendet. Überlegt genau welche Songs in welcher Variation aufgenommen werden sollen und fangt nicht erst in der Regie mit wilden Diskussionen und alternativen Vorschlägen an. Die Zeiten in denen sich Bands wochenlang im Studio einquartieren, um dort erst ihre Songs zu schreiben, sind leider vorbei.

Weniger ist mehr

Je nach Aufwand und euren eigenen Fähigkeiten sind durchaus mehrere Aufnahmen am Tag möglich. Plant im Zweifel jedoch lieber großzügig mit vielen Pausen um ein angenehmes Arbeitsklima zu erhalten und streicht ein paar der „schlechteren“ Songs von der Liste. Wie in vielen Lebensbereichen gilt auch bei einem Studioalbum oder Demotape: Klasse vor Masse.