PAL Card und IPAF

Wer in der Veranstaltungstechnik wortwörtlich “hoch hinaus” möchte, schwingt sich am besten auf mobile Arbeitsbühnen und werkelt weit über den Köpfen seiner Kollegen. Doch was früher für jedermann problemlos möglich war, erfordert nach BGG 966 mittlerweile einen eigenen “Führerschein” – und wer den nicht hat, bleibt am Boden.

Was im ersten Moment wieder nach typisch deutscher Überregulierung und Geldmacherei klingt, ist durchaus sinnvoll. Obwohl die meisten Fahrzeuge nahezu selbsterklärend sind und nach kurzer Einweisung auch von Laien bedient werden können, zeigen die jährlichen Unfallstatistiken mit mehreren Duzend Todesopfern1 immer wieder, dass zum sicheren Umgang etwas mehr als die reine Einweisung gehört.

Dieses “mehr” erhalten wir in Form von Schulungen, die uns innerhalb von 8 Stunden die nötige Theorie und Praxis der einzelnen Gerätegruppen vermitteln. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Unfall- und Gefahrenverhütung, aber natürlich auch auf Wartung und Steuerung des Vehikels. Wer die Prüfungen besteht, erhält als Lohn einen Befähigungsnachweis.

 

palcardx

IPAF und PAL Card

Vergab anfangs jeder Verleiher und Hersteller firmeneigene Befähigungsnachweise, haben sich die Ausbilder mittlerweile unter dem Dach der International Powered Access Federation (IPAF) zusammen gefunden und auf die PAL Card (Powered Access Licence) als weltweit gültiges Dokument geeinigt. Dieses mit Passfoto, sowie persönlicher Lizenznummer versehene Plastikkärtchen, zeigt wie ein normaler Führerschein die bestandenen Fahrzeugklassen2:

  • Statisch Vertikal (1a): Senkrecht-Personenlifte (mit Stützen)
  • Statisch Boom (1b): Selbstfahrende Auslegerarbeitsbühnen mit Stützen, Anhänger- und Lkw-Hubarbeitsbühnen
  • Mobil Vertikal (3a): Scherenarbeitsbühnen und Senkrecht-Personenlifte (von oben verfahrbar)
  • Mobil Boom (3b): Selbstfahrende Gelenk- und Teleskoparbeitsbühnen (von oben verfahrbar)
  • Push Around Vertikal (PAV): Handverschiebbare Arbeitsbühnen
  • Sondergerät (SPECIAL): Spezialmaschinen

Schlauerweise ist die PAL Card jedoch nicht unbegrenzt gültig. Jedes Jahr sollte das Wissen in einer kurzen Unterweisung erneut aufgefrischt werden und alle 5 Jahre erwartet uns eine ausgedehnte Nachschulung, die über die aktuellen Sicherheitsvorschriften aufklärt. Zu den anfänglichen 250-300 Euro gesellen sich so regelmäßig weitere Kosten und Zeitaufwendungen, wer diese scheut verliert den Schein.

  1. Quelle
  2. Quelle