Betriebskosten

So vielfältig wie die Einsatzgebiete in der Tonbranche, so vielfältig sind auch die benötigten Arbeitsmittel und Kosten für unser Gewerbe. Während wir als freischaffender Veranstaltungstechniker bereits mit einem Werkzeugkoffer und persönlicher Schutzausrüstung auskommen, erzeugt ein eigenes Tonstudio mit seinen Räumlichkeiten und Hardware für laufende Ausgaben und hohe Investitionen. Wir beschränken uns daher auf Dinge, die mehr oder weniger zur „Grundausstattung“ eines jeden Betriebs gehören sollten.

Versicherung

Kleine Dinge besitzen manchmal große Wirkung – und horrende Folgekosten. Falschen Knopf gedrückt und dem Sänger durch Feedback das Gehör rausgeschossen? Defektes Gerät eingesteckt und dadurch einen Brand verursacht? Lautsprecher beim Aufbau aus Versehen fallen gelassen? Diese Liste könnte man sehr sehr lange fortsetzen.

Wer nun glaubt, dass hierfür die private Haftpflicht aufkommt oder etwa der Auftraggeber zahlt ist schief gewickelt. Ohne eine eigene Betriebshaftpflicht solltest du niemals einen Fuß vor die Türe setzen. Für einen Tontechniker ohne Studio gibt es diese, je nach vereinbarten Deckungssummen und Anbieter ab 220 Euro im Jahr. Am besten gehst du einfach dahin, wo fast alle hin gehen: zu Branchenspezialisten ERPAM.

Daneben ist vielleicht auch eine Betriebsinhalt-, Betriebsunterbrechung-, Rechtschutz- und Elektronikversicherung durchaus interessant?!

Fahrtkosten

Das Auto hast du eventuell bereits in den privaten Kosten verrechnet, so dass nur noch die Benzinkosten der beruflichen Ausflüge erfasst werden müssen. Bei einem Verbrauch von 7 Litern auf 100 km und Preisen von 1.60 Euro den Liter, entspricht dies 12 Cent pro Kilometer.

Milchmädchen schenken diesen „geringen“ Betrag dem Kunden oder verrechnen nur die Kosten die an der Zapfsäule angefallen sind. Alle anderen wissen um die Abnutzung, den Wertverlust und die notwendigen Wartungen ihres geliebten Gefährts und kommen so auf 30 – 100 Cent pro Kilometer, die dem Kunden pro Auftrag zusätzlich in Rechnung gestellt werden.

Werbungskosten

Wie kommen wir an neue Kunden? Genau, durch Werbung! Ob Google AdWord, Facebook Anzeigen oder doch lieber traditionelle Print, Kino und TV Kampagne – alles was uns hilft neue Kunden zu gewinnen ist erlaubt. Sicherlich schmerzt es anfangs Geld in Werbung zu investieren, aber im besten Fall kommt es mehrfach durch massig Kundenaufträge zurück.

Ebenfalls zu den Werbungskosten zählt die Kundenpflege und Akquise. Ein Geschäftsessen auf unsere Kosten, ein paar Geschenke zu Weihnachten für die besten Kunden, den Kaffee während der Vertragsunterschrift …

Fortbildung

Nur durch regelmäßige Fortbildung bleiben wir am Ball und konkurrenzfähig. Dazu gehört der Messebesuch um die neusten Produkte kennen zu lernen, die Fachzeitschrift, die jährliche Teilnahme an der Tonmeistertagung, Fachbücher, DVDs und Workshops. Als Beispiel:

  • Sennheiser Sound Akademy Workshop für Funksysteme 600 Euro
  • Meyersound SIM Training 700$
  • 2 Abos deiner Lieblingszeitschrift 120 Euro

Handwerkszeug

Wie alle Handwerker bringen auch Tontechniker das benötigte Werkzeug selbst mit auf die „Baustelle“. In einem typischen Utility Koffer für den Livebetrieb befinden sich beispielsweise:

  • Eine PSA (Persönliche Schutzausrüstung) bestehend aus Handschuhen, Helm, Gurt, Karabiner, Seile, S3 Sicherheitsschuhe
  • Schraubendreher, Ratschenset, Bitaufsätze
  • Multitool und Knipszange
  • Lötkolben
  • Kabel und Lautsprechertester
  • Stromprüfer
  • Analyzer und Dezibel-Messgerät
  • MP3 Zuspieler
  • Laptop zum Einrichten der Controller und Mischpultfernsteuerung
  • Gaffa, Pultbeschriftungsband, Stifte

Weitere Kosten

Und dann sind da noch all die unvermeidlichen „Nebenkosten“ …

  • Steuern wie die Gewerbesteuer
  • Bürokosten für Briefe, Strom, PC, Telefonate …
  • Steuerberater und Finanzbuchhaltung
  • Mitgliedschaft in Verbänden (z.B. VPLT), Alumni Associations, Communitys (z.B. XING) …
  • Zwangsmitgliedschaft in der IHK
  • Gebühren für das Geschäftskonto
  • GEZ

Fazit

Noch bevor wir den ersten Cent verdienen, müssen wir bereits ordentlich investieren. Jährliche Betriebskosten zwischen 500 und 50.000 Euro sind dabei durchaus realistisch und müssen in unsere Tages- und Stundenpauschalen eingeplant werden.