Mixdown ist unwichtig

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Die perfekte Mischung trägt bedeutend zum Erscheinungsbild eines jeden Songs bei, ist aber über die gesamte Produktion betrachtet nicht der wichtigste Schritt. Denn was hilft das tollste Faderschubsen und Effektmassaker, wenn die Grundlage nichts taugt?

Gerade Anfänger schlampern beim Recording und geben sich bereits mit suboptimalen Ergebnissen zufrieden. Dabei könnten ein paar Minuten mehr Aufwand, eine leichte Veränderung der Mikrofonposition oder ein anderes Mikrofon wahre Wunder bewirken und viele Stunden Korrektur im Mixdown ersparen. Klappt es trotz aller Bemühungen nicht, werden zuletzt die Plugins, der preAmp oder die Lautsprecher als Schuldige ausgemacht und die eigentliche Ursache auf das mangelhafte Equipment geschoben.

 Eine einfache Entscheidungshilfe
Eine einfache Entscheidungshilfe

Sinniger ist der Schritt zurück und das Problem bei der Wurzel gepackt. Egal ob handgemachte Musik mit echten Instrumenten oder Synthesizerklänge aus dem Computer, das Soundtuning ist erst beendet, wenn wir mit dem Klang absolut zufrieden sind. Als Belohnung klingt der Roughmix bereits grandios, obwohl nur Fader und Panorama eingestellt wurden. Dass dies keine Alltagserfahrung ist, sehe ich immer wieder in meinem Mixdown Workshops, wenn die Teilnehmer Schummelei vermuten und die rohen Spuren für bereits bearbeitet halten. Dabei ist dies das anzustrebende Qualitätsniveau und Standard in professionellen Studios.

Bei Eingangssignalen auf diesem Level, bleibt es während Mixdown beim eigentlichen Sinn des Wortes – dem Mischen. Dies beinhaltet feine Lautstärkeanpassungen und Panoramaänderungen, sowie die Veredelung der einzelnen Instrumente. Etwas Hall hier, ein subtraktiver Equalizer da, fertig. Der typische Rocksong ist so in wenigen Stunden bereit für die Veröffentlichung – von gar tagelangen nervtötenden Sessions keine Spur. Fazit: Mischen ist wichtig, nur ohne gute Recordingskills total überflüssig.

Lesetipp

Das Sound & Recording Magazin hat zu diesem Thema einen sehr interessanten Bericht heraus gebracht. Recording und Mix Engineer Al Schmitt beschreibt darin eine seiner Arbeiten mit Bob Dylan, bei der er sein Mischpult nahezu nur als Summierer verwendet und wo immer möglich den Sound bereit bei der Aufnahme bestimmt.

“Wenn es ein Gitarrensolo gab, dann hat der Gitarrist einfach ein bisschen lauter gespielt. Ich wollte das nicht an den Fadern nachregeln, sondern es sollte ganz natürlich sein.”