Psychologie – Angst und Motivation

angst

Mit Profis kann es so einfach sein: der Musiker kommt ins Studio, packt sein Instrument aus, macht sich kurz warm, spielt den Song in 2-3 Variationen und geht anschließend wieder nach Hause. Als Tontechniker können wir uns nahezu komplett auf die Technik konzentrieren und müssen nur selten eingreifen.

Ganz anders ist es mit Studioanfängern und wenig erfahrenen Musikern. Sie haben Angst vor der neuen, unbekannten Situation, Angst zu versagen, müssen zu Höchstleistungen motiviert werden und sind schnell beleidigt, wenn wir sie auf ihre Fehler aufmerksam machen. Doch zum Glück gibt es ein paar Tricks um die Situation zu Entspannen.

Angst vor dem Studio

Menschen fühlen sich in ungewohnter Umgebung schnell unwohl. Gerade ein Tonstudio ist nicht der Ort, wo sich Normalsterbliche täglich aufhalten und so ist es verständlich, dass unerfahrene Musiker im ersten Moment zurückhaltend und ängstlich reagieren.

Bevor wir in diesem Fall direkt zur Aufnahme schreiten, gönnen wir uns eine “Kennenlernphase”, eine kleine Einführung und Besichtungstour im Studio. Dabei erklären wir den typischen Ablauf, wie die Geräte funktionieren und dass egal was passiert, alles in Ordnung ist, weil wir es beliebig oft wiederholen können.

Denke zudem auch an die Wünsche und Erwartungen des Musikers. Manchmal hilft bereits eine kleine Änderung der Lichtstimmung, ein heißes Getränk oder ein bequemer Stuhl dass er sich deutlich wohler fühlt. Denn genau das ist unser oberstes Ziel: Eine angenehme Atmosphäre, in der man gerne Arbeitet.

Motivation und motivieren

Obwohl die beiden Wörter sehr ähnlich klingen, gibt es einen grundlegenden Unterschied zwischen “Motivation” und “motivieren”. Motivation ist das, was jeder von sich aus haben sollte, motivieren hingegen ein extern aufgedrückter Ansporn.

Nach meiner Philosophie erwarte ich, dass ein Kunde im Tonstudio die entsprechende Eigenmotivation mitbringt – warum sollte er für viel Geld einen Recording buchen wenn er dazu keine Lust hat? Sonst kann er gleich aufhören Musik zu machen …

Im Idealfall müssen wir daher nicht aktiv motivieren, sondern höchstens die Eigenmotivation mit ein paar aufmunternden Worten auf einem positiven Level halten. Verpatzen wir dies durch unsere eigene Unfähigkeit darf der Kunde zurecht genervt sein.

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