PA kaufen – Part 1

Passiv oder Aktiv? Als Säule, Line Array, Wedge mit oder ohne Sub? Wie groß, wie schwer, für wie viele Menschen und für welchen Zweck? Der Weg zur optimalen PA führt über viele Fragen und auf was es genau ankommt, verrate ich dir in diesem kleinen Guide.

 Viel Auswahl, nur welche ist für dich die richtige? (Ort: Fohhn Testlabor)
Viel Auswahl, nur welche ist für dich die richtige? (Ort: Fohhn Testlabor)

Wieviel Watt darfs denn sein?

Viele Käufer betrachten zuerst die Wattzahl der Anlage, dabei ist die elektrische Maximalleistung nur bedingt entscheidend. Wie bei einem Auto steht viel PS nicht gleichzeitig für eine hohe Geschwindigkeit oder agiles Fahrverhalten. Viel wichtiger ist der emittierte Schalldruck, denn zwei Anlagen mit der elektrischen Leistung können dank variablem Wirkungsgrad und Abstrahlverhalten durchaus unterschiedlich laut klingen. Generell gilt: ein gutes System ist für alle Musikrichtungen tauglich, von Rock bis Techno oder auch zur reinen Sprachbeschallung. Da gibt es keine großen Unterschied solange die Dimensionierung ausreicht.

Dimensionierung

Im Endeffekt geht es darum, eine bestimmte Fläche (Raumgröße) mit einer gewissen Personenanzahl (PAX = persons approximately) so zu beschallen, dass es auch in den letzten Reihen noch ordentlich rumpst (ohne dass ganz vorne die Ohren bluten -> Delayline). Während für die Musiknacht in der Kneipe 300 Watt (Sinus nicht PMPO!) bereits mehr als ausreichend sein kann, muss es in der Großraumdisko für 1000 Gäste schon das Zehnfache an Leistung sein. Die Faustregel liegt hierbei irgendwo zwischen 5-20 Watt pro Person, je nachdem ob InDoor oder OutDoor. Im Zweifel kaufe die Anlage lieber etwas zu überdimensioniert, so hast du einerseits Reserven und andererseits: leiser drehen geht immer.

Aktiv oder Passiv

Eine weitere Lebensentscheidung ist Aktiv oder Passiv. Damit meine ich nicht die Frequenzweiche, sondern ob der Verstärker in der Box integriert oder extern untergebracht ist.

Die einfachste und sicherste Wahl sind aktive Boxen. Hier sind alle Bauteile bereits ab Werk aufeinander abgestimmt, so dass Frequenzweiche, Treiber und Verstärkerleistung eine optimale Einheit ergeben. Zudem befindet sich alles platzsparend in einem Gehäuse, an das nur noch Strom und eine NF-Verbindung gelegt werden muss. Dies ist neben dem Gesamtgewicht auch der einzige negative Punkt – anstatt einem Kabel (Speacon, …) müssen eben immer zwei gelegt werden und schwere Boxen mit bis zu 40 Kilo alleine auf Stative oder ins Dach zu wuchten, ist nicht gerade der ultimative Spass.

Bei passiven Systemen hast du hingegen die ultimative Wahlfreiheit beziehungsweise die Qual der Wahl. Welcher Amp harmoniert am besten mit welcher Box? Hier kommt dann auch die Frage nach der Abstimmung auf. Eine 50 Watt Box benötigt nämlich nicht nur einen 50 Watt Verstärker, sondern mindestens 30%, besser gar 50% mehr an Power. Dies garantiert, dass der Box auch bei Spitzenlast genügend Leistung bereitgestellt wird. Zwar könnte dadurch theoretisch auch ein Lautsprecher durchbrennen, geschieht in der Praxis aber sehr selten, da er sein Ableben im Vorfeld durch einen unglaublich schlechten Sound ankündigt.

Viel eher killt man seine Hochtöner durch unterdimensionierte Verstärker. Auf der Suche nach noch mehr Lautstärke sind diese irgendwann am Maximum und liefern dermaßen viel Verzerrung, dass sich die Kalotte freiwillig in den Suizid stürzt. Aber wie gesagt, keine Angst, so schlimm sind passive Systeme wirklich nicht. Mit einem weiteren Klick erfährst du mehr über Controller-gesteuerte Systeme, warum Rollen wichtig sind und viele andere Dinge.