PA kaufen – Part 2

Controller

Eine besondere Rolle spielen Controller-gesteuerte Systeme. Auch hier findet eine Trennung von Amp und Box statt, nur ist der Amp speziell für die Box zugeschnitten. Damit vereinen sie alle Vorteile von aktiven und passiven Systemen: die Box muss nur mit einem Kabel befeuert werden, der Amp weiss genau wieviel Watt er bereitstellen darf und wie die Frequenztrennung funktioniert. Zudem bedient ein Controller meistens gleich mehrere Boxen und ist über das lokale Display oder Fernsteuersoftware individuell anpassbar: Boxentyp, EQ-Verlauf, Delayzeit und was das Her(t)z begehrt.

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DSP System Controller

Probehören

Ist eine Anlage in die nähere Wahl gerückt, solltest du sie erst einmal anhören. Klingt deine Lieblingsmusik wie auf der Hifianlage, hat der Verkäufer entweder einen Summen EQ benutzt oder das System taugt nichts. PAs sollten immer einen linearen Frequenzverlauf besitzen und klingen deshalb erst einmal sachlich neutral. Sinn des Ganzen ist die Möglichkeit, später mit deinem eigenen EQ die Anlage an jeden Veranstaltungsort anzupassen.

Handling

Ordentliche Lautsprecher und Amps bringen ein schönes Gewicht auf die Waage. Bist du nicht gerade Stammkunde im Fitnesstudio, rate ich dir daher ein System mit Rollen zu kaufen. So können die Topteile auf den Subwoofer gelegt werden und gelangen ohne Mühe vom Auto auf die Bühne. Dort angekommen, macht sich dann auch ein durchdachtes Griffsystem bezahlt, um die Boxen zu stacken oder die Tops auf das Stativ zu heben. Gleichzeitig bieten geeignete Griffe eine gute Möglichkeit, das System mit Zurrgurten im Auto zu sichern.

Doch nicht jede PA kommt auf den Boden. Ein Blick in den Zubehörkatalog verrät dir schnell, ob es entsprechendes Material zum “Fliegen” (also oben ans Rigg dran machen) gibt. Ebenfalls wichtig sind entsprechende Gewinde für Ringösen zum Absichern der ganzen Geschichte. Gutes “Riggingmaterial” kann durchaus teuer werden, ist aber nötig, denn ich möchte nicht in deiner Haut stecken wenn die PA ins Publikum einschlägt.

Auch sind Boxen selten von Haus aus direkt für Stative geeignet und müssen erst mit Schwenkbügeln ausgerüstet werden. Wobei uns diese fantastische Überleitung zu den Stativen bringt. Ist die Kasse knapp, wird für diese “unwichtige” Komponente gerne mal gespart und das erweist sich im nach hinein als Fehlentscheidung. Unterhalb der Qualitätskategorie “K&M” würde ich hier nichts mehr anfassen wollen. Der Aufpreis zu den Billiganbietern macht sich deutlich in Gewichtsersparnis, Langlebigkeit und Sicherheit bemerkbar. Bei besonders schweren Boxen oder wenn du alleine aufbaust, sind Kurbelstative eine dankenswerte Hilfe. Diese sind zwar gut und gerne doppelt so schwer, dafür quetscht sie nicht die Finger beim ablassen. Ach ja, und vergiss beim Shopping nicht die Stativtaschen um das Material zu schonen, es gibt nichts hässlicheres als verrammelt und vermacktes Equipment.

Kabel

So weit so gut, bis jetzt wird jedoch aus deiner Anlage noch kein Ton kommen, weil du die Kabel vergessen hast. Da hier nicht nur zarte Strömchen fließen, sondern ordentlich Power, muss in den Kabeln ein entsprechender Querschnitt verbaut sein. Damit steigt natürlich auch der Preis pro laufendem Meter und wenn es nicht ein ordinäres Speakon, sondern eine Spezialverbindung wie CA-COM ist, weine nicht, wenn du am Schluss die Rechnung siehst. Da du nie genau weist, wie lange deine Kabelwege sein werden, schaffe dir beim Neukauf gleich genügend verschiedene Längen und Verbindungsstücke an. Darunter am besten auch kurze Verbindungskabel (0.5 – 1 Meter), um zwei Boxen zu linken.

Nicht vergessen …

Zu guter Letzt solltest du auch mit entsprechenden Transportbehältnissen, den Cases, liebäugeln. Diese erst teuere Investition rentiert sich dann, wenn du auch nach Jahren im Einsatz keine Macken im Holz, Dellen im Gitter, abgeschürfte Griffe oder verratzte Bespannung hast.

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