PA einmessen – Part 1

Da steht sie nun, die wunderbare neue PA, aufgebaut nach allen Regeln der Kunst und wir stellen fest – sie klingt erbärmlich. Garstige Mitten, schrille Höhen und von den Bässen fehlt jede Spur. Dabei war im Laden doch noch alles gut …

Natürlich sind nicht die Boxen schuld, sondern die Raumakustik des Veranstaltungsorts und daran lässt sich spontan nur selten etwas ändern. Ändern können wir allerdings das Klangbild unserer Anlage mit Hilfe eines Equalizers und mit etwas Glück klingt der emittierte Sound danach einigermaßen ausgewogen. Diese vorsichtige Formulierung ist nötig, da perfekter Klang in vielen Locations schlicht unmöglich ist, oder sich ähnlich wie beim Sweet Spot im Tonstudio, auf wenige Bereichw beschränkt.

    Weniger als ein 31 Band EQ sollte es wirklich nicht sein
Weniger als ein 31 Band EQ sollte es wirklich nicht sein

Methode I

Für die günstigste und eigentlich auch beste Methode brauchen wir Dich, deine Lauschlöffel und ein paar Referenzsongs. Diese plätschern fröhlich vor sich hin, während du durch den Raum läufst und den Klang beurteilst. Da du die Songs gut kennst, kannst du die Schwächen analysieren und entsprechende Korrekturen am EQ vornehmen. Ziel ist der gewohnte Sound und die einzelnen Bänder so hin zu biegen, bis ein ausgewogenes, druckvolles Klangbild entsteht.

Fällt es dir schwer, einzelne Frequenzbereiche anzupassen, helfen abgestimmte Lieder. Song 1 mit prägnanten Bässen, Song 2 kümmert sich um die Mitten und andere um den Sprachbereich, nasale Laute oder Höhen. Die Musikrichtung ist dabei völlig nebensächlich, wobei es für die eigene Gesundheit besser ist, ein Metal Festivals mit Metal zu beschallen als mit Volksmusik …

 

Nach Gehör so lange am Summen-EQ drehen bis die Referenz gut klingt
Nach Gehör so lange am Summen-EQ drehen bis die Referenz gut klingt

Methode II

Wir ersetzen unsere Referenzsongs durch ein Rosa Rauschen und versuchen den linearen Frequenzgang dieses Signals über die ebenfalls linearen Lautsprecher auf den Raum zu übertragen. Schaffen wir dies, erhalten wir zumindest in der Theorie eine neutrale Ausgangsbasis für jeden beliebigen Input.

Während so manch ein Techniker Rauschen tatsächlich nach Gehör einstellen kann, greifen wir lieber auf einen Analyzer als Hilfsmittel zurück. In der unteren Preiskategorie mit noch erschwinglichen 400 Euro ist der Phonic PAA3 ein bewährtes Tool und zeigt auf 31 Bändern zuverlässig Überhöhungen und Löcher im Frequenzbild. Alternativ kommt natürlich ein entsprechend ausgestattetes Smartphone in Betracht. Neben einer RTA-Software wie SignalScopePro von FaberAcoustical komplettiert ein Messmikrofon das Paket.

    Screenshot eines RTAs fürs Smartphone
Screenshot eines RTAs fürs Smartphone