Audioformate – PCM – 13db Audio Knowledge
Audioformate – PCM

Wenn MP3 Dateien beim Mastering landen, Musiker nur noch in 64 Bit aufnehmen und FLAC mit Luftabwehrgeschützen verwechselt wird, ist es an der Zeit eine kleine Übersicht der gängigen Audioformate zu geben.

Puls Code

Alles beginnt mit einem Analog-Digital-Wandler, der aus zeit- und wertkontinuierlichen analogen Signalen einen diskreten digitalen Datenfluss erstellt und diesen verlustfrei in Form von Puls Code auf der Festplatte ablegt. Wie gut dabei die Qualität dabei wird, hängt unmittelbar von der verwendeten Auflösung (Bit) und der Samplingrate (Abtastpunkte pro Sekunde) ab.

 

 So einfach ist es natürlich nicht ... wie es genau geht siehst du beim Thema "Digitalwandlung"
So einfach ist es natürlich nicht … wie es genau geht siehst du beim Thema “Digitalwandlung”

Damit Software die Puls Code Modulierten (PCM) Daten weiter verarbeiten kann, werden sie anschließend um zusätzlichen Informationen ergänzt und in einem Containerformat wie WAVE, AIFF oder BWF gespeichert. Die eigentlichen Dateien bestehen somit immer aus Kopfdaten und den rohen Audio Informationen.

 

Eine .WAV oder .AIF besteht immer aus rohen Audio Daten und zusätzlichen Informationen wie Samplingrate, Bittiefe und Kanalanzahl
Eine .WAV oder .AIF besteht immer aus rohen Audio Daten und zusätzlichen Informationen wie Samplingrate, Bittiefe und Kanalanzahl

Aiff, Wave und andere Formate

AIFF steht für Audio Interchange File Format und entstand 1988 in Apples bestreben ein plattformunabhängiges Dateiformat zu etablieren. Denn während ein Mac nur SoundDesigner II (SD2) akzeptierte, kannte die Windowswelt allein das “Waveform Audio File”, besser bekannt als WAV.

Heute ist WAV neben AIFF das gebräuchlichste Audioformate und unterscheidet sich lediglich durch seine Kopfdaten. Wie bei allen anderen PCM-Dateien benötigt 1 Minute Audiomaterial bei CD-Qualität ungefähr 11 Megabyte Speicherplatz.

Weiterentwicklung

Leider sind 1991 bei der Entwicklung des WAVEs zwei wichtige Kleinigkeiten misslungen: die zusätzlichen Daten in der Kopfzeile sind nur auf das nötigste Reduziert und überschreitet die Datei eine Spieldauer von knapp 7 Stunden oder effektiven 4 Gigabyte, bricht die Aufnahme ab. Diese Nachteile führten zu zwei Erweiterungen des Standards in Form der Broadcast Wave Files BFW und Sonys Wave64.

Während das Broadcast Wave durch einen erweiterten Header zusätzliche Metadaten wie Aufnahmezeit, Artist oder eine generelle Beschreibung des Inhalts ermöglicht und damit den Austausch von Audiodateien zwischen den europäischen Rundfunkstationen vereinfacht, hebt das Wave64 durch den Wechsel in ein 64 Bit Format die Größenbeschränkung auf. Damit ist es möglich, nahezu beliebig lange Aufnahmen wie etwa eine zehnstündige 5.1 Multi Channel Produktionen direkt in einer Datei unterzubringen, oder im klassischen CD-Format 3 Millionen Jahren Audiomaterial.Quelle Natürlich hat dieses Dateiformat keine verbesserten Auswirkungen auf die eigentliche Klangqualität.

Im Exportdialog von Reaper kann die eigentlich WAV-Datei um Broadcast Funktionen erweitert und bei Bedarf als Wave64 gespeichert werden
Im Exportdialog von Reaper kann die eigentlich WAV-Datei um Broadcast Funktionen erweitert und bei Bedarf als Wave64 gespeichert werden
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