Wie lang ist “ein Tag” – 13db Audio Knowledge
Wie lang ist “ein Tag”

uhr

Je nach Teilbereich der Tonbranche eignen sich unterschiedliche Methoden den Preis und die Länge für eine Dienstleistung festzulegen.

Manche Tätigkeiten, wie eine Mastering Session, dauern fast immer gleich lang und lassen sich als vorher berechnete Pauschalen verkaufen. Für andere Studiodienstleistungen sind Stundenpreise eine vernünftige Einheit und dauert ein Job voraussichtlich länger, sind “Tagessätze” eine gute Option.

Gerade wenn ein Job am selben Tag weitere Tätigkeiten blockiert, sind Tagessätze die ideale Wahl. Entgegen einem Webdesigner der bei freier Zeiteinteilung für mehrere Kunden gleichzeitig von zu Hause aus arbeiten kann, sind wir Tontechniker oft an feste Zeiten und Orte gebunden. Ob die Tätigkeit dann 6 oder 10 Stunden dauert ist egal, da kein andere Kunde zusätzlich bedient werden kann.

Anders formuliert sind Tagessätze (auch Personentage genannt) Pauschalen für eine beliebige Tätigkeit, die eine maximale Gesamtzeit jedoch nicht überschreiten darf.

Wunsch

Ein Blick auf das Arbeitszeitgesetz Paragraph 3 verrät: die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten, in Ausnahmefällen dürfen es auch zehn sein. Dafür ist aber ein entsprechendee Ausgleich auf zeitlicher oder finanzieller Basis vorgeschrieben.

Realität

Wer nun denkt, dass mach ich als Selbstständiger auch, wird von vielen Kunden nur ein unverständliches Lächeln ernten. Bei uns gilt immer der “Ausnahmefall”, sprich es wird erwartet, bei Bedarf bis zu 10 und mehr Stunden auf der “Baustelle” zu verbringen. Wer da nicht gerade ums Eck wohnt, sondern noch 1-2 Stunden Anfahrt vor sich hat, kommt auf einen gemütlichen 12-16 Stunden Tag.

Aber es geht noch besser: manche Jobs beinhalten keine Obergrenze der maximalen Stundenzahl. Viel mehr wird hier das “All You Can Work” Prinzip angewandt: “Beginn ist um Acht, Ende wenn alles fertig ist.” Wirklich ein unwiderstehliches Angebot, meist ohne jeden Verhandlungsspielraum. Nimm den Job, oder ein anderer macht’s.

Daher solltest du vor der Zusage, und am besten in einem schriftlichen Angebot, immer deutlich auf die maximale Arbeitsdauer und eventuelle Mehrkosten hinweisen. Nur so lässt sich später eine entsprechende Vergütung einfordern … aber, dass selbst das nicht immer funktioniert sehen wir im nächsten Beitrag.

Weiter zur nächsten Seite: Problemfall Überstunden