Verdienst in der Praxis

Ein Blick auf die Homepages von Verleihfirmen oder Eventagenturen und wir werden über alles informiert, nur nicht über die Preise für das Personal / Dienstleistung. Die seien “individuell” und müssen daher per Telefon oder eMail angefragt werden … Nun gut, gesagt, gemacht.

Für einen Industriejob (ca. 8 Stunden, nichts spektakuläres), den ich aus Zeitmangel leider nicht selbst erledigen konnte, habe ich bei 21 Veranstaltungsfirmen im Großraum nach einem Techniker angefragt und folgende Rückmeldungen bekommen:

  • Der günstigste Techniker wäre für 250 Euro gekommen
  • Der Teuerste hätte den Kunden 480 Euro gekostet
  • Kaum eine Firma hat Fahrtkosten angeschlagen, obwohl sie bis zu 50 km vom Veranstaltungsort entfernt lagen
  • Falls doch, wurden durchschnittlich 50 Cent pro Kilometer angegeben (kein Materialtransport!)
  • Die maximale Arbeitszeit der Techniker schwankte zwischen 9 und 10 Stunden, was danach passiert wurde allerdings nie angegeben
Rechnet man den durchschnittlichen Tagesatz aus, kommt man bei allen Angeboten auf 312 Euro für maximal zehn Stunden Arbeit.
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Du bekommst weniger

Aus eigener Erfahrung hätte ich auch deutlich niedrigere Angebote im Bereich von 180-230 Euro erwartet, denn unbedingt “branchenüblich” sind diese hohen Preise nicht.

Allerdings muss man unterscheiden ob man einen Techniker direkt, oder eine Firma mit festen Mitarbeitern anschreibt. Letztere hat zum einen höhere Kosten und behält gerne eine “Durchreichegebühr”. Der Kunde zahlt 300 Euro, der Techniker sieht davon vielleicht noch zwei Drittel.

Diese 200 Euro sind schon viel eher ein Betrag, mit dem sich Berufsanfänger abgeben müssen. Oft ist der Kunde nicht bereit mehr zu zahlen, oder weiß, dass es viele andere Techniker gibt, die froh um jeden Job sind und dasselbe für 150 Euro machen würden.

Jetzt wo du allerdings weißt, was ungefähr möglich ist, solltest du deine Arbeitskraft nicht zu günstig verkaufen – wer einmal “billig” ist, bleibt es oft ein Leben lang.