Tagessatz kalkulieren – 13db Audio Knowledge
Tagessatz kalkulieren

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Sind alle Ausgaben bekannt, können wir die nötigen Einnahmen berechnen. Auch hier wollen wir die Steuern nicht vergessen, welche sich in diesem Beispiel auf knapp 10.000 Euro belaufen. In Summe ist unser Ziel ein Betrag von 42.000 Euro, der jedes Jahr erwirtschaftet werden möchte.

Private Lebenskosten 27.600
Betriebsausgaben 4.000
31.600
Steuern 10.400
42.000

Berechnung der Arbeitstage

Manch einer kommt nun auf den schlauen Gedanken: das Jahr hat 356 Tage, somit hat auch der Selbstständige 356 Tage um sein Geld einzuspielen. Oder umgekehrt, es reicht 118 Euro am Tag zu verdienen (42.000 Euro / 365 Tage = 118 Euro am Tag) …

Ganz so Intensiv wollen wir das “ständig” in Selbstständig natürlich nicht ausreizen und nehmen für einen fairen Vergleich die Arbeitszeit des normalen Angestellten.

Das Jahr hat 365 Tage, allerdings sind davon nur ca. 250 Werktage, der Rest sind Wochenenden und Feiertage.Beweis Davon ziehen wir den bezahlten Urlaub ab. Aus gesetzlicher Sicht stehen Arbeitnehmern mindestens 20 Urlaubstage im Jahr zu, durchschnittlich sind es sogar 25 Tage. Weitere 10 Tage entfallen im Jahr auf das Krankenbett. Bleiben genau 215 Tage im Jahr, an denen ein Arbeitnehmer tatsächlich arbeitet.

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Ausfallrisiko

42.000 Euro durch 215 Tage ergibt nun schon 195 Euro. Aber auch das ist nicht das Ende der Fahnenstange.

Stell dir vor ein Kunde bucht dich, du erledigst den Job und dann wird die Rechnung nicht bezahlt. Toll, ein Verdienstausfall. Oder du versuchst verzweifelt an Jobs zu kommen, aber keiner braucht dich im Moment? Selbst mit den besten Vorsätzen ist eine 100%ige Beschäftigung utopisch.

Deshalb kalkulieren wir ein sogenanntes “unternehmerisches Ausfallriskio” in unsere Planung ein. Anstatt von perfekten Zuständen auszugehen, vermuten wir lieber den Worst-Case. Typischerweise geht man davon aus, dass 20-30% der Planung floppt (manche Quellen sagen sogar 50%!): bei uns also über 40 Tage ohne Aufträge oder zahlende Kunden.

Bleiben 175 Tage, an denen wir all unser Geld erwirtschaften müssen.

Und während der Arbeitnehmer schon gemütlich vor dem Fernseher sitzt, beschäftigt sich der Selbstständige noch mit Akquise, Kundenpflege, Rechnungen schreiben, Steuerdingen, …. alles nicht wirklich Freizeit, sondern Zeit, die mit im Lohn berücksichtigt werden sollte. Pro Arbeitstag eine halbe Stunde Verwaltungsaufwand ergeben weitere 4 abzugsfähige Tage im Jahr und bringen uns zu finalen 171 Tagen.

Berechnung des Tagessatzes

Nun endlich können wir unseren erforderlichen Tagessatz berechnen. Unser Ziel: 42.000 Euro in 171 Tagen erwirtschaften. Nach Adam Ries(e) ergibt dies einen

Tagessatz von 245 Euro.

Ui, das klingt nun nach ‘nem Haufen Asche – ist es aber nicht: 25% davon gehört dem Finanzamt, 20% geht an die Versicherungen und 10% sind Betriebskosten. Dein “Gewinn” sind gerade einmal 110 Euro am Tag. Und die brauchen wir dringend um Wohnung und Essen zu bezahlen.

Wenn du weniger verlangst …

Schreibst du nur 180 Euro pro Tag auf deine Rechnung, werden aus 171 Tagen 233 Tage im Jahr, um dein Einkommen zu erwirtschaften. Dies sind 18 Arbeitstage mehr, als ein Angestellter im Jahr arbeitet. Im Vergleich zum Selbstständigen, der die 245 Euro berechnet, sogar 62 Tage mehr!

Andere Quellen

Dass solche Beträge nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigen andere Quellen wie die des Verbandes für professionelle Licht- und Tontechnik (Magazin Ausgabe 40/41). Hier wird ein Umsatz von 50.000 Euro im Jahr bei 200 Arbeitstagen angestrebt, um nach Steuern 30.000 Euro private Einnahmen zu erzielen.

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