Stundensatz kalkulieren

Auch wenn wir in der Ton- und Veranstaltungsbranche selten in Stunden sondern in Tagessätzen oder Pauschalen für einzelne Projekte denken, sollten wir zu besseren Vergleichbarkeit mit anderen Berufsgruppen den “Stundenlohn” für unsere Tätigkeit ermitteln.

Ausgehend von 245 Euro für einen achtstündigen Arbeitstag zuzüglich etwas Pause, erhalten wir etwas 30,50 Euro die Stunde. Geht der Tag etwas länger sind es bei 10 Stunden immerhin noch 25,50 Euro bei extremen 14 Stunden werden es 17.50 Euro. Umgekehrt, haben wir Glück und der Job ist bereits nach 5 Stunden erledigt, lächelt uns ein effektiver Stundensatz von 49 Euro. Zu dumm, dass wir selten genau wissen wie lange der Job tatsächlich gehen wird …

Praxisnahe Stundensätze

Auf der Suche nach einem fairen und sinnvollen Stundensatz gehen wir wieder von den Bedingungen eines durchschnittlichen Angestellten aus. Dieser hat eine 42 Stunden Woche, sprich er arbeitet Mo-Fr jeweils 8,4 Stunden. Bei 215 Arbeitstagen im Jahr sind dies wiederum 1.806 Stunden und mit einem Gehalt von 42.000 Euro Brutto ergibt sich ein Stundenlohn von 23,25 Euro. Rechnen wir noch die Lohnnebenkosten von etwa 10.000 Euro hinzu, kostet der Angestellte seinen Chef etwa 28,80 Euro die Stunde.

Unbezahlte Stunden

Zusätzlich zu den eindeutig sichtbaren Arbeitsstunden, wollen wir die vielen unbezahlten Tätigkeiten des Selbstständigen berücksichtigen, die für Arbeitnehmer entweder gar nicht oder während ihrer bezahlten Arbeitszeit anfallen. Dazu gehört die Buchhaltung, Kundenakquise, Meetings, Recherchen, Fortbildungen oder Fahrten zum Kunden. Und selbst wenn der Betrieb an einem Tag keine Einnahmen erzielt, wirkt es sich nicht negativ auf die Lohnauszahlung aus.

Ein bezahlter 8 Stunden Tag im Tonstudio wird damit leicht zum realen 10-11 Stunden Tag, oder grob gesagt können wir pro Einsatztag nochmals 20% an unbezahlten, aber notwendigem Zeiteinsatz hinzurechnen.

  • 20 Minuten Telefonate mit dem Kunden bis der Job eingetütet ist
  • 45 Minuten Autofahrt
  • 60 Minuten Vorbereitung des Studios
  • 8 Stunden tatsächliche Arbeit mit dem Kunden
  • 45 Minuten Heimreise
  • 10 Minuten Buchhaltung

Fair ist Fair

Mit dem Vorsatz gleich gut und gleich lange wie ein Angestellter zu verdienen, ziehen wir für die finale Stundensatzermittlung die unbezahlten Stunden von der möglichen Gesamtarbeitsdauer ab. Aus Ursprünglich 1.806 Stunden bezahlten Arbeitsstunden pro Jahr werden so nur noch etwa 1.500 reale Produktivstunden in denen wir das Geld erwirtschaften müssen. Bei einem Zielbetrag von 52.000 Euro beträgt unser Minimaler Stundenlohn somit 34.50 Euro.

Sobald Dein (umgerechneter) Stundensatz unter 35 Euro fällt, hast Du etwas falsch gemacht.