Problemfall Überstunden – 13db Audio Knowledge
Problemfall Überstunden

frist

Die Band ist noch fleißig am Rocken, du schaust auf die Uhr und stellst fest: Feierabend! Die vereinbarten 10 Stunden des Tagessatzes sind so eben abgelaufen. Da wir in solchen Momenten schlecht den Hammer (Fader) fallen lassen können und einfach gehen, müssen wir wohl oder übel ein paar Überstunden schieben…

Wunsch

Theoretisch kannst du für eine Überstunde jeden beliebigen Betrag verlangen, besser ist es sich jedoch am Quasistandard der Branche zu orientieren. Dieser besagt, pro Überstunde gibt es 1/10 des Tagessatzes. Bei einem Tagessatz von 300 Euro sind dies also 30 Euro für jede weitere Stunde.

Bedenkt man allerdings, dass man bereits 10 Stunden und mehr auf den Beinen ist und damit schon über dem gesetzlichen Limit für Arbeitnehmer, ist ein wenig mehr ruhig erlaubt. So empfiehlt die Berufsvereinigung für Filmton beispielsweise einen Extrazuschlag von

  • 25% für 1.-2. Stunden
  • 50% ab der 3. Stunde
  • 100% ab der 4. Stunden

Realität

Um überhaupt in den Genuss einer Überstundenbezahlung zu kommen, sollte diese Vergütung mit dem Kunden abgesprochen werden. Ansonsten streckt er dir die Zunge raus und sagt:

  • “Tut mir Leid, das war so nicht geplant, ich kann es dem Kunden nicht weiterverrechnen, das ist nicht mehr im Budget drin”
  • “Ach das bisschen Überstunden … deswegen willst du doch nun nicht rummachen?”
  • “Ich kann sie dir diesmal ausnahmsweise auszahlen, ob wir dich dann jedoch wieder buchen können …”
  • “Wie wo was?! Das ist doch bereits in deiner Arbeitspauschale alles drin!”
  • “Überstunden gehen ok, allerdings zahlen wir dafür maximal 10 Euro die Stunde”

In anderen Worte: oft arbeiten wir länger als geplant und bekommen dafür keinen Cent mehr.

Minderstunden und Ausgleichsarbeit

Besonders beliebt ist auch die Argumentation: “Dafür hattest du doch letzte Woche einen Job der nur 5 Stunden ging, seh das als Ausgleich. Ansonsten müssten wir dir bei Minderstunden Abzüge vom Tagessatz machen”.

Natürlich klingt das im ersten Moment fair, allerdings soll ein zu kurzer Job nicht unser Problem sein. Schließlich werden wir für die Erfüllung einer bestimmten Aufgabe gebucht und nicht um eine “Dienstzeit” abzuleisten. Wie schnell wir diese Aufgabe erledigen ist dabei allein uns überlassen. Die Limitierung der maximalen Stunden pro Tag dient lediglich als Schutz. Wenn der Kunde so etwas nicht möchte, sollte er besser auf eine Stunden-Abrechnung bestehen.

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