Lebenshaltungskosten I – 13db Audio Knowledge
Lebenshaltungskosten I

Zwei Dinge erlebe ich in meinen Vorlesungen zur Berufsvorbereitung immer wieder:

  1. Unwissenheit, was das Leben kostet, wenn man nicht mehr bei Mutti wohnt
  2. und am Schluss den Schock über die Gesamtsumme, wenn all die kleinen Posten summiert sind.

Aber genau diese Berechnungen sind essenziell für das Überleben in Selbstständigkeit, woher sollten wir sonst wissen welche Preise wir den Kunden für unsere Dienstleistungen berechnen müssen?

Zielsetzung

Für eine realistische Kalkulation nehme ich typische Werte, wie sie beispielsweise vom Statistischen Bundesamt veröffentlich werden und beziehe diese auf eine Person, die

  • voll berufstätig als Selbstständige(r) im Medienbereich ist,
  • keinen Nebenjob hat und alleine von der Selbstständigkeit leben möchte,
  • in einer Mietwohnung lebt,
  • und in ihrer Freizeit aktiv am Sport, Unterhaltungsangebot und sozialen Leben teilnimmt.

Alle folgenden Beträge sind natürlich individuell zu sehen, es darf jeder gerne Werte gemäß seinen eigenen Wünschen und Ansprüchen verwenden. Meistens kommt dabei eher mehr als weniger heraus.

Wohnen

housewohnen

Wer nicht gerade in Hintertupfingen wohnt, täglich sein Feuerholz für den Kaminofen selbst schlägt um die 1-Zimmer Blockhütte warm zu bekommen, muss leider etwas Geld investieren. Pro Monat sind dies etwa:

  • Kaltmiete: ab 400 Euro
    Dafür bekommen wir gerade so eine 2-3 Zimmerwohnung in Großstadtnähe, die nicht baufällig ist, Schimmel und Ratten beherbergt oder im Keller mit Ausblick auf eine Feuermauer liegt
  • Nebenkosten: ca. 200 Euro
    Dazu gehört Heizung, Strom, Wasser und Müll, der Hausmeister und und und …
  • Einrichtung: 30 Euro
    Schrank, Bett, Stühle, Waschmaschine … all das kommt nicht von allein, sondern muss käuflich erworben werden. Ewig halten sie leider auch nicht und so berücksichtigen wir die kommenden Investitionen gleich mit
  • Kommunikation: 40 Euro
    Keine Wohnung ohne Internet, Telefonflat, Kabelanschluss und erzwungenem Rundfunkbeitrag.

In Summe: 670 Euro pro Monat, mal eben nur für ein Dach über dem Kopf

Lebenshaltung

shoppen

Luft und Liebe sind toll, doch leider nicht genug:

  • Essen und Trinken: 300 Euro
    Gerade in der Veranstaltungsbranche essen wir viel außer Haus und können nicht in Ruhe (und günstig) zu Hause kochen. Und da man sich nicht nur von Fastfood und Döner ernähren soll, darf dieser Betrag für eine gesunde Ernährung ruhig höher sein.
  • Kleidung: 30 Euro
    Laut Statistisches Bundesamt: Mann im Jahr 336 Euro, Frauen 588 Euro, Familien 1.452 Euro
  • Körperpflege: 15 Euro
    Friseur, Deos, Cremchen, Seife und all das Zeug für guten Duft und makellosen Teint
  • Medikamente: 15 Euro
    Bei privater Krankenversicherung lohnt es sich meistens erst ab 1.000 Euro und mehr die Kasse zu bemühen, alles darunter zahlen wir besser selbst.

In Summe: 360 Euro für die essenziellen Dinge

Versicherung

heli

Nicht gerne gesehen aber unbedingt notwendig. Da wir keinen Arbeitgeber haben der 50% der Versicherungen übernimmt, müssen wir für eine optimale Vorsorge deutlich tiefer in die Tasche greifen.

  • private Krankenversicherung: ab 250 Euro
    Je älter wir werden, desto höher der Beitrag. Während die Versicherung in jungen Jahren mit 200 Euro noch günstig erscheint, steigern sich die Beiträge bis zum Rentenalter auf 600 Euro und mehr. Werbung wie “ab 49 Euro im Monat versichert” sind wenig realistisch!
  • Rentenversicherung: 400 Euro steigend
    Rente zahlt uns nicht der Staat, daher brauchen wir eine eigene Rentenversicherung. Diese sollte mindestens 10% des Jahresgewinn betragen, mein Bankberater empfahl mir etwa 7.000 – 10.000 Euro pro Jahr dafür zu investieren. Doch so viel Geld hat man als Berufseinsteiger selten und begeht damit einen klassischen Fehler: je später die Beiträge erhöht werden, desto mehr müssen wir einzahlen, um am Ende die selbe Rente zu erhalten.
  • Unfallversicherung: 20 Euro
    Ohne rechter Hand, linkem Fuß oder anderen Körperteilen lässt sich nur schwer Equipment durch die Gegend tragen. Als Veranstaltungstechniker ist eine Unfallversicherung durchaus eine sinnvolle Investition, als Studiomensch können wir eventuell auch ohne glücklich werden.
  • Arbeitsunfähigkeitsversicherung: 30 Euro
    Funktioniert etwas anders als die Unfallversicherung und ist auch sinnvoller. Stell dir vor, du bekommst plötzlich Tinnitus oder verlierst deine Finger in der Kreissäge … eher unpraktisch, wenn man weder hört noch Fader schubsen kann.
  • Private Haftpflicht: 10 Euro
    Uuuupsss … kaputt. Naja egal, zum Glück gibt’s die Versicherung
  • Hausratversicherung: 10 Euro
    Blitz, Wasser, Dinosaurier, Diebstahl und all die typischen Widerwärtigkeiten des Lebens sind hier entsprechend versichert

In Summe: mindestens 720 Euro pro Monat für den Fall der Fälle

Weiter zur nächsten Seite: Lebenshaltungskosten II