Betriebskosten – 13db Audio Knowledge
Betriebskosten

werkstatt

So vielfältig wie die Einsatzgebiete der Tonbranche, so vielfältig sind die benötigten Arbeitsmittel und Kosten für das Gewerbe. Während für reine Tätigkeiten vor Ort beim Kunden schon fast ein Multi-Tool reicht, sammeln sich im Verleih schnell fünf- bis sechsstellige Beträge für die benötigte Hardware. Wir beschränken uns daher auf Dinge, die zur “Grundausstattung” eines jeden Betriebs gehören.

Versicherung

Kleine Dinge besitzen manchmal große Wirkung – und horrende Folgekosten. Falschen Knopf gedrückt und dem Sänger durch’s Feedback das Gehör rausgeschossen? Defektes Gerät eingesteckt und dadurch einen Brand verursacht? Lautsprecher beim Aufbau aus Versehen fallen gelassen? Oh mir fallen da viele schöne Dinge ein…

Wer nun glaubt, dass dafür die private Haftpflicht aufkommt oder etwa der Auftraggeber zahlt ist schief gewickelt. Ohne eine eigene Betriebshaftpflicht solltest du niemals einen Fuß vor die Türe setzen. Für einen Tontechniker ohne Studio gibt es diese, je nach vereinbarten Deckungssummen und Anbieter ab 220 Euro im Jahr. Am besten gehst du einfach dahin, wo alle hin gehen: zu ERPAM.

Daneben ist vielleicht auch eine Betriebsinhalt-, Betriebsunterbrechung-, Rechtschutz- und Elektronikversicherung für dich interessant?!

Fahrtkosten

Das Auto haben wir bereits in den privaten Kosten verrechnet, so dass hier nur noch die Benzinkosten der beruflichen Ausflüge auf uns warten. Bei einem Verbrauch von 7 Litern auf 100 km und Preisen von 1.60 Euro den Liter, entspricht dies 12 Cent pro Kilometer.

Milchmädchen verrechnen diesen Betrag direkt an den Kunden, alle anderen schlagen zusätzlich Abnutzung, Wertverlust und alle anderen dazugehörigen Posten auf. Am Ende landen wir bei realistischen 30-60 Cent pro Kilometer. 5.000 KM zurückgelegte Wegstrecke ergeben bei 30 Cent 1.500 Euro Extrakosten.

Werbungskosten

Wie kommen wir an neue Kunden? Genau, durch Werbung! Ob Google AdWord, Facebook Anzeigen oder doch lieber traditionelle Print, Kino und TV Kampagne alles was uns hilft neue Kunden zu gewinnen ist erlaubt. Sicherlich schmerzt es anfangs Geld in Werbung zu investieren, aber im besten Fall kommt es mehrfach durch massig Kundenaufträge zurück.

Ebenfalls zu den Werbungskosten zählt die Kundenpflege und Akquise. Ein Geschäftsessen auf deine Kosten, das Weihnachtspräsent, den Kaffee während der Vertragsunterschrift …

Fortbildung

Nur durch regelmäßige Fortbildung bleiben wir am Ball und konkurrenzfähig. Dazu gehört der Messebesuch um die neusten Produkte kennen zu lernen, die Fachzeitschrift, die jährliche Teilnahme an der Tonmeistertagung, Fachbücher, DVDs und Workshops. Im Jahr summiert es sich schnell auf mehrere hundert Euro. Als Beispiel:

  • Sennheiser Sound Akademy Workshop für Funksysteme 600 Euro
  • Meyersound SIM 3 Training 700$
  • 2 Abos deiner Lieblingszeitschrift 120 Euro

Handwerkszeug

Wie auch Handwerker bringen Tontechniker ihr Werkzeug selbst mit auf die “Baustelle”. In einem typischen Utility Koffer befinden sich beispielsweise:

  • PSA (Persönliche Schutzausrüstung) wie Handschuhe, Helm, Gurt, Karabiner, Seile, S3 Schuhe
  • Schraubendreher, Ratschenset, Bitaufsätze
  • Multitool und Knipszange
  • Lötkolben
  • Kabel und Lautsprechertester
  • Stromprüfer
  • Analyzer und Dezibel-Messgerät
  • MP3 Zuspieler
  • Laptop zum Einrichten der Controller und Mischpultfernsteuerung
  • Gaffa, Pultbeschriftungsband, Stifte

Manch ein Techniker bringt als besondere Dienstleistung sogar seine eigenen Mikrofone, preAmps oder sonstige, hochwertige Tools unentgeltlich mit zum Kunden!

Weitere Kosten

  • Bürokosten für Briefe, Strom, PC, Telefonate …
  • Steuerberater
  • Mitgliedschaft in Verbänden (z.B. VPLT), Alumni Associations, Communitys (z.B. XING) …
  • Zwangsmitgliedschaft in der IHK
  • Gebühren für das Geschäftskonto
  • GEZ

Summe

Bevor überhaupt der erste Cent auf unser Konto fließt stehen einige Ausgaben an, in diesem Beispiel belaufen sie sich auf ungefähr

4.000 Euro pro Jahr

Mit eigenem Studio addieren sich zusätzlich Kaltmiete, Nebenkosten, weitere Versicherungen, Wartungskosten, Zins- und Tilgungszahlungen die der Ausbau und das Equipment gekostet haben … Rechne es dir doch selbst einmal aus, du sprengst locker die 12.000 Euro Marke.

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