Lieber Gitarrist …

Wattmassaker

Das beste an meiner ersten Punk Band waren nicht wir Musiker und unser “Talent”, sondern das Equipment. Gerade unsere Gitarristen ließen sich nicht lumpen und bestückten die Bühne gern mit ihren zwei 4x12ern der gehobenen Preisklasse, die angeblich erst bei Vollausschlag den optimalen Sound entwickeln. Doch leider bedeutet unglaublich Laut selten unglaublich Gut und das Ergebnis im typischen Clubkeller oder Jugendhaus war ein Klangbrei auf der Bühne und ein ebenfalls schlechter Sound im Zuschauerbereich.

Mittlerweile wissen wir es ein wenig besser und halten die Bühnenlautstärke so gering wie möglich. Anstelle der großen Boxen zieren nun kleine Combos die Bühne, der restliche Sound kommt bei Bedarf aus den Monitorboxen. Dies gewährt dem Tontechniker den nötigen Spielraum den Sound zu formen und das Publikum hört fast ausschließlich die PA und nicht nur unsere Backline. Zudem passt ein Combo deutlich einfacher ins Auto.

    Die Backline sollte nicht ins Publikum strahlen
Die Backline sollte nicht ins Publikum strahlen

Böxlein dreh dich

Neben zu viel Watt kann auch die falsche Positionierung der Instrumente und Lautsprecher fatale Folgen erzeugen. Knall die Box wie in der oberen Grafik direkt ins Publikum reist sie eine Schneise der Verwüstung durch die Zuhörer. Ausser der einen Gitarre gibt es hier kaum etwas zu hören.

Dieses Problem lässt sich mit einer einfachen 90 Grad Drehung beseitigen. Strahlt der Lautsprecher quer über die Bühne, reduziert sich zum einen die Beeinflussung im Publikumsbereich und als positive Nebenwirkung erhält nicht nur der Gitarrist, sondern auch der Rest der Band etwas vom Sound ab. Monitoring für alle!

    Quer über die Bühne ersetzt die Box einen Monitor und bläst nicht mehr ins Publikum
Quer über die Bühne ersetzt die Box einen Monitor und bläst nicht mehr ins Publikum

Es gibt was auf die Ohren

Ohren wachsen bekanntlich am Kopf und Schall ist für seine kugelförmige Ausbreitung bekannt. Kombinieren wir dieses Wissen ist eine Gitarrenbox direkt vor unseren Füßen eine eher suboptimale Position. Um uns selbst zu hören, wird der Amp viel zu weit aufgerissen und erhöht damit unnötig die Gesamtlautstärke. Als logische Schlussfolgerung sollte der Lautsprecher entweder angewinkelt, auf Ohrhöhe gebracht oder mit genügend Abstand aufgestellt werden. Ein kleiner Kombo leistet seine Dienste am besten auf einer Kiste oder einem Stuhl.

    Fussbeschallung par excellence
Fussbeschallung par excellence