Bereit für das Tonstudio? – 13db Audio Knowledge
Bereit für das Tonstudio?

Ein Besuch im Tonstudio ist zwar kein unbezahlbarer Luxus, jedoch auch keine all zu günstige Angelegenheit. Ein Tag beim professionellen Dienstleister beginnt bei 450 Euro und endet für ein komplettes Album schnell im vierstelligen Bereich. Wer also nicht gerade im Geld schwimmt, sollte das Recording so effizient wie möglich gestalten und wirklich erst ins Studio gehen wenn er dazu bereit ist. Daher möchte ich Dir fünf Gedanken mit auf den Weg geben, bevor Du Deinen nächsten Termin verbindlich buchst …

Üben üben üben

Wie sagte schon meine Klavierlehrerin: “Sebastian, Unterricht ist nicht zum Üben da!”. Recht hatte sie und die gleiche Regel gilt ebenfalls im Tonstudio. Erst wenn alle Musiker die Songs sicher beherrschen, ist es an der Zeit den nächsten Schritt zu gehen. Eine Band aus Profimusikern benötigt für einen 3 Minuten Song exakt 6 Minuten – einmal anspielen und einmal aufnehmen. Es gibt nichts nervigeres, als wenn sich der Studiotag durch 338 alternative Takes unnötig in die Länge zieht ….

Einmal den Flow bitte

Zwischen einen Song spielen können und ihn wirklich spielen zu können liegen bekanntlich Welten. Eine gute Aufnahme zeichnet sich neben der rein technischen Beherrschung dadurch aus, dass sie lebt, grooved und der Flow funktioniert. Anders gesagt:

  1. Jeder einzelne Musiker beherrscht seinen Part
  2. Das Zusammenspiel als Band funktioniert reibungslos
  3. Die Songs wirken als ob ihr sie schon 20 Jahre auf der Bühne spielt
  4. Die Musik trägt Emotionen

No click no record

Damit die Aufnahme nicht von wilden Temposchwankungen durchzogen ist, wird euch der Recording Engineer bitten auf Klick einzuspielen. Dies hilft nicht nur euch und eurem Produkt, sondern erleichtert auch ihm in der Postproduktion Fehler zu verbessern.

Allerdings ist der Klick im Ohr eine anfangs ungewohnte und störende Sache und wer damit im Studio zum ersten mal konfrontiert wird, liefert selten eine gute Performance ab. Übt daher regelmäßig zu Hause und bei den Proben mit Klick, als netter Nebeneffekt werden auch eure Liveauftritte davon profitieren.

Erst wenn die Songs fertig sind

Nicht selten wird Studiozeit mit unnötigen Experimenten verschwendet. Überlegt genau welche Songs in welcher Variation aufgenommen werden sollen und fangt nicht erst in der Regie mit wilden Diskussionen und alternativen Vorschlägen an. Die Zeiten in denen sich Bands wochenlang im Studio einquartieren, um dort erst ihre Songs zu schreiben, sind leider vorbei.

Weniger ist mehr

Je nach Aufwand und euren Fähigkeiten sind zwischen einem und einem dutzend Song pro Tag möglich. Plant im Zweifel lieber mit weniger Titeln auf eurem Album, denn wie auch in anderen Lebensbereichen gilt hier: Klasse vor Masse. Für eine Demo hört sich sowieso niemand 20 Lieder an, die ersten drei müssen knallen und überzeugen. Mittelmäßige Songs sollten erst gar nicht den Weg in die Öffentlichkeit finden.

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