Bisher haben wir lediglich Mono-Signale im Panorama angeordnet. Binden wir hingegen einen Stereo-Input in unseren Sequenzer oder Mischpult ein, offenbaren sich neue Möglichkeiten:
- die Kanäle getrennt auf zwei Mono-Inputs einbinden
- oder über einem kombinierten Stereokanal
Entscheiden wir uns für letzteres, finden wir dort entsprechend zwei Panpotis, den Dual Pan. In seiner Funktion gleicht er einem normalen Panoramaregler, denn sowohl der linke als auch der rechte Kanal wird individuell im Stereobild verteilt.

Anwendung
Um ein Stereosignal originalgetreu abzubilden, stehen beiden Regler entgegengesetzt auseinander. Achte drauf, dass Links wirklich links und umgekehrt Rechts wirklich rechts anliegt.

Für den kreativen Einsatz ist ebenfalls eine beliebige andere Stellung denkbar. Drehen wir die Regler nicht bis zu den Extremen, wird die Basisbreite eingeschränkt oder die Phantommitte auf eine Seite verlagern. Dies hilft in überfüllten Mischungen Freiräume zu gestalten und sorgt für Abwechslung.



Combined Pan
Betrachten wir das Stereosignal nicht als zwei getrennte Spuren, lässt sich Dual Pan auch in einer anderen Darstellungsform umsetzen. Anstelle einer getrennten Lautstärkeregelung tritt die Basisbreite (Wide) und Lokalisation (Pan). Dieses als „Stereo Pan“, „Combined Pan“ oder „Pan Link“ bezeichnete Verfahren ist gefühlt intuitiver, gleicht im Ergebnis allerdings dem ganz normalen Dual Pan.
Parameter
- Width: stellt die Basisbreite in Prozent ein. 0% = Mono, 100% = volle Breite. Negative Werte dreht das Signal in der Phase.
- Pan: legt die Centerposition mit der gewünschten Width fest. 0% entspricht der Mitte, 100% ein Hard-Pan auf die gewählte Seite. Die Stereobreite nimmt nach Außen automatisch ab.

Beispiele für Combined Pan
Gerade in Verbindung mit einem Goniometer können wir Mängel am Input, wie eine verschobene Stereobasis erkennen und mit dem Comibed Pan ausgleichen.
Fazit & Tipps
Dual Pan, Combine Pan und andere Wege ein Stereo-Signal im Panorama zu verwalten, funktionieren üblicherweise äußerst intuitiv. Da die absoluten Zahlenwerte jedoch nur bedingt eine Aussagekraft über den Klang liefern, gehört die Kontrolle per Ohr immer dazu. Es ist auch vollkommen in Ordnung, ein Stereosignal komplett in Mono zu verwenden, solange es dem Mix gut tut.