Das Panpoti

Was wir heute als selbstverständliches Feature von Mischpulten erachten, fehlte bis in die 30er Jahre komplett, denn schließlich wurde Musik ausschließlich in Mono produziert und konsumiert. Erst Alan Blumleins Patent für eine einspurige Stereoschallplatte führte 1931zur Notwendigkeit ein Monosignal im Panorama zu platzieren.

Die ersten Stereo Konsolen besaßen zu diesem Zweck einen Schalter, der das Signal entweder auf den linken oder rechten Kanal legte, in Mittelstellung auf beide. Damit ließen sich Stereoaufnahmen realistisch Abbilden und Monosignale zumindest experimental auf eine der drei Positionen legen. Solche Schalter finden wir heute noch an Location Mixern wie dem Sound Devices 302.

Panorama Schalter
Mit einem Schalter könne beide oder nur ein Lautsprecher ausgewählt werden

Diese recht simple und auf Dauer wenig kreative Möglichkeit zur Positionierung wurde rasch um einen kleinen Trick erweitert: Das Monosignal wird auf zwei Spuren aufgeteilt und mit Hilfe des Pan-Schalters links und rechts im Panorama verteilt. Stehen die nachfolgenden Fader auf der selben Lautstärke, erscheint die Musik in der Mitte, wird einer gesenkt, wandert die Lokalisation stärker in die andere Richtung. So lässt sich jede beliebige Position einstellen und fließende Übergänge erzeugen.

Panorama Per Fader
Panorama per Fader eingestellt

Das Poti

Das erste Panorama Potentiometer, kurz „Pan Pot“ oder „Panpoti“, wurde etwa 10 Jahre später von William Garity erfunden. Als Chef-Tontechniker von Disneys Film „Fantasia“ und Entwickler des dazugehörigen Fantasounds musste er hunderte Signale passend zur Bildposition im Panorama ausrichten, was über die herkömmliche Kombination von Fader und Pan-Schalter nur wenig intuitiv gelang und zu viele Kanäle am Mischpult verbrauchte. Um seine Arbeit zu vereinfachen, entwarf er das „3-circuit differential junction network“.

Signalfluss

Im Signalfluss sitzt das Poti nach dem Fader, auch wenn es auf der Oberfläche des Mischpults meist darüber angebracht ist. Das ankommende Monosignal wird gedoppelt und auf die beiden Stereokanäle „Links“ und „Rechts“ aufgeteilt. Je nach Lautstärkeverhältnis wird so die Position im Stereopanorama bestimmt.

Signalfluss Pan Signalflow
Signalfluss mit PAN